Westend

Westend

Edition Filmmuseum 06

"Eine wunderbar lakonische Loser-Ballade" (Film-Dienst), gefilmt in grobkörnigen Schwarzweiß-Bildern in einem Vorort von Köln: Die Arbeitslosen Mike und Alfred schlagen ihre Zeit mit Biertrinken an Imbißbuden und erfolgloser Jobsuche tot. Da taucht Rasto auf, ein alter Kumpel mit ehrgeizigen Geschäftsplänen, und bietet den beiden die vermeintlich passende Arbeit an: sie sollen ihm helfen, die Kiosk-Ruine, die er gerade erstanden hat, in eine florierende Trinkhalle zu verwandeln. Doch Rasto entpuppt sich als dubioser Glücksritter, Mike nimmt seine Arbeit allzu ernst und Alfred verliebt sich, statt zu arbeiten, lieber in die Supermarktkassiererin Kati.

Die Filme

Westend - Deutschland 2001 - Regie: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler - Drehbuch: Markus Mischkowski - Kamera: KaPe Schmidt, DGPh - Musik: Haifaboys - Darsteller: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler, Jens Claßen, Katharina Schmaltz, Karen Oldenburg, Arved Birnbaum, Jan Stahlberg, Ralf Richter - Produktion: Kai Künnemann Filmproduktion - Premiere: 24.10.2001, 35. Internationale Hofer Filmtage

Westend (Kurzfilm) - Deutschland 1997 - Regie: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler - Drehbuch: Markus Mischkowski - Kamera: KaPe Schmidt, DGPh - Musik: Tobias Doetsch, Klaus Garnitz, Jürgen Garnitz - Darsteller: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler, Jens Claßen - Produktion: Westendfilme - Premiere: 22.3.1997, Filmclub 813 Köln

Wolga - Deutschland 2003 - Regie: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler - Drehbuch: Markus Mischkowski - Kamera: KaPe Schmidt, DGPh - Musik: Tobias Doetsch - Darsteller: Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler, Sonja Potthast, Anja Terkamo - Produktion: Westendfilme - Premiere: 25.1.2003, 32nd International Film Festival Rotterdam

Über den Film

Westend ist ein Kleinod des deutschen Kinos, in seiner schillernden Schlichtheitgenauso sympathisch und liebenswert wie die Menschen, von denen der Film handelt.

Der Spiegel



Wie die meisten Filme der Kölner Gruppe gelingt es auch Westend Kinotraditionen, die vom Slapstick bis zum Italo-Western reichen, im deutschen Alltag wiederzufinden. Die beiden arbeitslosen Kumpels Mike und Alfred, von den Filmemachern selbst gespielt als beautiful losers im grandiosen Outfit zwischen Geschmacklosigkeit und verwegenem Schick, sind die Nachfolger der großen Komiker-Duos und Western-Buddies. Der Dom und die Kölner City sind nur von Weitem in Westend zu sehen, Mike und Alfred leben an der Peripherie der Stadt. Das Westend, das Kameramann KaPe Schmidt in einem atmosphärischen B-Picture-Schwarzweiß einfängt, ist ein urbanes Niemandsland aus Mietskasernen, trostlosen Supermärkten und Lagerhallen für zwielichtige Geschäfte, bevölkert von Spinnern, Traumtänzern und hoffnungslosen Geschäftemachern. Ein deutsches wasteland der zerbrochenen Träume, in dem die Kioske wie die letzten Oasen wirken. Einen solchen Kiosk übernehmen Mike und Alfred. Wenn man keine Chance hat, dann muss man sie nutzen. Das wussten schon Achternbuschs Atlantikschwimmer, weitere Verwandte von Mike und Alfred. Wie die zwei Erfolg haben, indem sie die Bretterbude als Pit Stop auf der Rennstrecke des Lebens verkaufen, wie sie sich dann gegenseitig ausnutzen - das zeigen die Filmemacher als liebevolle, manchmal auch gemeine Parodie auf Unternehmertum und Kapitalismus, auch auf die WDR-Arbeiterfilme der Siebziger. Wenn all die glorreichen Verlierer in Westend angeberisch von "positivem Stress" und "intelligenten Autos" sprechen, dann wirkt das über die Parodie hinaus: wie ein tragikomischer, poetischer Rap. Westend zeichnet eine schöne Ernsthaftigkeit aus, eine Melancholie, die dennoch hoffen lässt, dass es eine Auferstehung gibt der alten Mythen von Freundschaft, Liebe und Wagemut in der Ruinenlandschaft des Stadtrands.

Hans Schifferle

DVD-Features

  • Westend 2001, 89'
  • Kapitelauswahl
  • Kurzfilme Westend 1997, 17' und Wolga 2003, 14'
  • Interviews mit den Regisseure und dem Kameramann
  • Standfotos und Songs, auch im DVD-ROM-Bereich für Computernutzung

Herausgeber: Film & Kunst GmbH in Zusammenarbeit mit Filmmuseum München und Goethe-Institut München
DVD-Authoring: Ralph Schermbach
DVD-Supervision: Stefan Drössler

Besprechung

1. Auflage Februar 2006, 2. Auflage März 2008

Weitere Informationen finden Sie auf der Website zu diesem Film.

TV-Format Originalformat Tonformat Sprache Untertitel Regionalcode
16:9 (PAL)
4:3 (PAL)
1,85:1
1,33:1
Dolby Digital 2.0
Deutsch
Englisch
0
Alle Regionen
Barcode/EAN: 4260100330063

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