Ardiente Paciencia & Abschied in Berlin

Ardiente Paciencia & Abschied in Berlin

Edition Filmmuseum 94

Die Doppel-DVD vereint alle drei Filme, die Antonio Skármeta in den 1980er Jahren im Berliner Exil gedreht hat: Die preisgekrönte Geschichte über Pablo Neruda und einen einfachen Briefträger, die auch als Roman veröffentlicht und später als Il Postino - Der Postmann wieder verfilmt wurde, das Porträt einer chilenischen Familie, deren drei Generationen in einer Berliner Wohnung zusammenleben, und ein Tagebuchfilm, in dem Skármeta chilenische Künster im Exil besucht. Die Filme spiegeln den Alltag eines von Politik beeinflussten Lebens, das von Hoffnung, Lebensfreude und Humor geprägt ist.

Die Filme

Ardiente Paciencia (Mit brennender Geduld) - BRD 1983 - Drehbuch und Regie: Antonio Skármeta - Kamera: Joao Abel-Abolm - Musik: Roberto Lecaros - Darsteller: Oscar Castro, Roberto Parada, Marcela Osorio, Naldy Hernández, Antonio Skármeta sen. - Produktion: Von Vietinghoff Filmproduktion, Berlin / Prole-Film, Lissabon - Premiere: 15. September 1983 (ZDF)

Abschied in Berlin - BRD 1984 - Drehbuch und Regie: Antonio Skármeta - Kamera: Konrad Kotowski - Musik: Roberto Lecaros - Darsteller: Käte Jaenicke, Bernhard Veith, Gabriel Skármeta, Ernesto Malbrán, Paulina Landea, Antje Jaenicke, Roberto Lecaros, Mathieu Carrière - Produktion: Von Vietinghoff Filmproduktion, Berlin / Prole-Film, Lissabon - Premiere: 2. Januar 1984 (ZDF)

Wenn wir zusammen lebten ... - BRD 1983 - Drehbuch und Regie: Antonio Skármeta - Kamera: Leonardo de la Barra - Musik: Sergio Vesely - Darsteller: Antonio Skármeta, Sergio Vesely, Nelson Villagra, Oscar Castro, Anita Castro - Produktion: Von Vietinghoff Filmproduktion, Berlin - Premiere: 20. Februar 1983 (Berlinale, Filmmesse)

Über die Filme

Die drei Filme dieser DVD entstammen der Erfahrung des Exils. Ihre Entstehung lässt sich nur aus der besonderen Situation des damaligen Westberlin erklären, der Stadt, durch die ich von Anfang an mit dem Kino in Verbindung stand. Ganz am Anfang, weil der deutsche Filmemacher Peter Lilienthal mir ermöglicht hat, aus meinem Heimatland Chile, das unter einer Diktatur lebte, ausreisen zu können. Anschließend erhielt ich das Stipendium des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Durch die Filme Es herrscht Ruhe im Land und Der Aufstand, die ich als Drehbuchautor für Peter Lilienthal geschrieben habe und die mehrere Bundesfilmpreise erhielten, wurde ich eingeladen, als Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie zu lehren, wo ich einige Jahre die Arbeit von jungen Autoren, Regisseuren und Studenten begleitete. Aus diesem stimulierenden Umfeld wurden meine Ambitionen geboren, auch eigene Filme zu realisieren.

Mir wurde als Exiliertem das Gefühl gegeben, dass zahlreiche Einwohner in Westberlin den Schmerz, die Verzweiflung und die Hoffnung, eines Tages in ein wieder demokratisches Chile zurückkehren zu können, voll und ganz nachvollziehen konnten. Daher war es auch nicht überraschend, dass sich die damaligen Fernsehanstalten und Filmproduzenten für meine Themen interessierten und diese Projekte unterstützten. Ich hatte in Deutschland das Glück, dass die Leute der Filmbranche und anderer Bereiche eine einfühlsame Solidarität für Lateinamerika, aber auch für Osteuropa, Asien und Afrika übten.

Dank der Unterstützung durch die Redakteure der Fernsehkanäle konnte ich meine drei Filme, die auf meinen Erfahrungen und Vorstellungen basierten, mit großer Freiheit realisieren. Sie sind durch das Exil gekennzeichnet: Obwohl sie aus dieser melancholischen Situation heraus entstanden sind und teils dramatische Situationen aufzeigen, projizieren sie Hoffnung, Lebensfreude und Humor. Trotz der Alltagsprobleme, die wir Exilierten erlebten, waren wir davon überzeugt, der Geschichte und unseren Idealen gemeinsam treu verbunden bleibend eines Tages die Rückkehr der Freiheit in unseren Ländern zu erlangen.

Heute schreibe ich diese Zeilen aus Chile, in dem ebenso wie in Argentinien, Uruguay und Brasilien die Demokratie wiederhergestellt ist. Ein ähnliches Schicksal haben auch Länder anderer Kontinente erlebt. Westberlin war für die Exilierten vieler Länder nicht nur eine Übergangsstation, sondern wir schätzten es als einen heimatlichen Ort, an dem wir unsere Werke schaffen konnten. Als diese Filme entstanden, war die Perspektive für ein demokratisches Lateinamerika noch fern. Es freut mich, dass wir trotz der Verzweiflung, die wir in diesen Zeiten durchlebten, nicht unsere Inspiration verloren haben, unsere Hoffnungen mit Hilfe der Kunst darzustellen, in der einzigen Form, die uns damals realistisch erschien: Als eine nostalgische Erinnerung oder als einen melancholischem Traum.

Trotz der Jahrzehnte, die seit der Entstehung von Mit brennender Geduld, Abschied in Berlin und Wenn wir zusammen leben vergangen sind, wünsche ich sehr, dass die Spontanität, mit der sie gemacht wurden, ebenso spürbar geblieben ist wie die große Zuneigung zu diesem Land, das uns Unterkunft gab, aber außerdem ein wunderbares Geschenk: die deutsche Sprache.

Antonio Skármeta


DVD-Features (Doppel-DVD)

DVD 1

  • Ardiente Paciencia 1983, 77'
  • 16 pages trilingual booklet with essays by Antonio Skármeta

DVD 2

  • Abschied in Berlin 1984, 68'
  • Wenn wir zusammen lebten... 1983, 99'

Herausgeber: Goethe-Institut München und Filmmuseum München
DVD-Authoring: Tobias Dressel
DVD-Supervision: Stefan Drössler

1. Auflage Dezember 2014

TV-Format Originalformat Tonformat Sprache Untertitel RegionalcodeFSK
4:3 (PAL)
1,37:1
Dolby Digital 2.0
(mono)
Deutsch
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